Wie immer in der Medizin gilt: Vertrauen ist gut, Daten sind besser. Glücklicherweise gibt es bereits erste vielversprechende Studien zu t-PRP. Ein wegweisender Bericht stammt von Du und Kollegen (2018), die t-PRP erstmals ausführlich beschrieben haben -->pubmed.ncbi.nlm.nih.gov. Darin wird gezeigt, dass t-PRP im Labor mehr Thrombozyten enthält und nach Aktivierung ein stabileres Fibrin-Gerüst bildet als konventionell aktiviertes PRP -->pubmed.ncbi.nlm.nih.gov |pubmed.ncbi.nlm.nih.gov. Besonders interessant: Die Freisetzung wichtiger Wachstumsfaktoren wie VEGF, PDGF oder TGF-β erfolgte über Stunden bis Tage verlangsamt, anstatt innerhalb von Minuten zu verpuffen pmc.ncbi.nlm.nih.gov| pmc.ncbi.nlm.nih.gov.
Auch in vivo-Ergebnisse gibt es: Im genannten Versuch konnte t-PRP die Wundheilung bei Mäusen deutlich beschleunigen --> pubmed.ncbi.nlm.nih.gov. Wunden, die mit t-PRP behandelt wurden, heilten schneller und mit besserer Geweberegeneration als Vergleichswunden. Das deutet darauf hin, dass t-PRP’s verlängerte Wirkstofffreisetzung tatsächlich einen praktischen Nutzen hat – das Gewebe bekommt sozusagen eine länger anhaltende „Wachstumsfaktor-Dusche“.
Weitere Untersuchungen untermauern die Idee: So ließ sich ein durch Temperatur induziertes PRP-Gel erfolgreich nutzen, um einen Wachstumsfaktor-Depot zu schaffen, etwa in neuartigen Microneedle-Pflastern für Haarwuchsstimulation --> pmc.ncbi.nlm.nih.gov. Die Forscher berichten, dass das thermisch aktivierte PRP-Gerüst besonders bioverträglich ist und die Angiogenese (Blutgefäßneubildung) fördert – wichtige Faktoren für Regeneration und Haarwachstum -->pmc.ncbi.nlm.nih.gov.
Auch wenn t-PRP noch relativ neu ist, zeichnen sich in der wissenschaftlichen Literatur zwei Dinge klar ab: Zum einen bestätigen erste Daten die versprochenen Vorteile (mehr Platelets, langsamer Release, gute Wirkung auf Heilung). Zum anderen wird t-PRP in verschiedensten Bereichen erprobt, was uns zum nächsten Punkt führt – den Anwendungen.