Polynukleotid-Skinbooster: Rejuran, Hyaluron & PRP
Fachartikel · Evidenz und Einordnung

Polynukleotid-Skinbooster: Was Rejuran von Hyaluron-Fillern und PRP unterscheidet

Polynukleotide werden in der medizinischen Ästhetik zunehmend als eigene Produktkategorie wahrgenommen. Der Begriff allein sagt jedoch wenig über Zusammensetzung, klinische Evidenz oder regulatorische Einordnung aus. Dieser Beitrag trennt allgemeine PN-Erkenntnisse, produktspezifische Angaben zu Rejuran Healer und Befunde aus Studien zu anderen PN- oder PDRN-Produkten.

Hinweis: Der Beitrag dient der fachlichen Information. Er enthält weder eine Behandlungsempfehlung noch ein Anwendungsschema. Maßgeblich sind die aktuelle Herstellerinformation, die individuelle Indikationsstellung und das nationale Berufsrecht.
Begriffe sauber trennen

Was sind Polynukleotide?

Polynukleotide, abgekürzt PN, bestehen aus längeren Ketten miteinander verbundener Nukleotide. Bei ästhetisch eingesetzten PN-Produkten handelt es sich meist um aufbereitete DNA-Fragmente, die zu einem injizierbaren Material verarbeitet werden.

Der Singular „Polynukleotid“ wird häufig als Bezeichnung für die Materialklasse oder den Wirkstoff verwendet. Fachlich üblicher ist oft der Plural „Polynukleotide“, weil ein Produkt zahlreiche DNA-Ketten enthält.

Aus dem Begriff allein lassen sich keine verlässlichen Aussagen über Molekülgröße, Konzentration, Viskosität, klinische Wirkung oder Austauschbarkeit ableiten. Diese Eigenschaften sind produkt- und herstellerspezifisch.

PN und PDRN sind nicht automatisch dasselbe

In Publikationen und Produktkommunikation werden PN und PDRN teilweise nebeneinander oder synonym verwendet. Neuere Facharbeiten schlagen eine Abgrenzung anhand von Kettenlänge und Molekülmasse vor. Eine universell verwendete Nomenklatur besteht bislang nicht.13

Ergebnisse mit einem PDRN-Arzneimittel, einem PN-HPT-Produkt oder einer kombinierten PN-Hyaluron-Formulierung dürfen nicht pauschal auf Rejuran Healer übertragen werden.

01Materialklasse

DNA-basierte Polymere mit produktabhängigen Eigenschaften.

02Kein Sammelwirkstoff

PN-Produkte sind nicht automatisch untereinander austauschbar.

03Evidenz prüfen

Produkt, Areal, Vergleich und Studiendesign müssen zusammenpassen.

04IFU hat Vorrang

Zweckbestimmung und Sicherheit sind versionsbezogen zu bewerten.

Praxisbegriff

Was bedeutet PN-Skinbooster?

„Skinbooster“ ist ein im ästhetischen Praxisalltag gebräuchlicher Sammelbegriff. Er beschreibt meist injizierbare Produkte, bei denen nicht der ausgeprägte Aufbau von Volumen oder die Veränderung von Gesichtskonturen im Vordergrund steht.

Der Begriff ist jedoch keine präzise regulatorische Produktklassifikation. Unter der Bezeichnung werden unter anderem nicht quervernetzte Hyaluronsäureprodukte, Polynukleotid-Gele und verschiedene Kombinationsprodukte angeboten. Entscheidend bleiben Zusammensetzung, Zweckbestimmung, Kennzeichnung, aktuelle Gebrauchsanweisung und regulatorischer Status der konkret gelieferten Produktversion.

Wichtig: Die Bezeichnung PN-Skinbooster beschreibt ein Behandlungskonzept, ersetzt aber weder die technische Produktbeschreibung noch die regulatorische Prüfung.
Produktbezogene Einordnung

Ist Rejuran ein Serum, Skinbooster oder Dermalfiller?

Kein kosmetisches Serum

Der Suchbegriff „Rejuran Serum“ ist für Rejuran Healer fachlich irreführend. Ein Serum wird üblicherweise äußerlich aufgetragen. Rejuran Healer wird in den vorliegenden Produktunterlagen dagegen als injizierbares PN-basiertes Medizinprodukt für qualifiziertes und nach nationalem Recht befugtes medizinisches Fachpersonal geführt.1

Das Produkt darf daher nicht wie eine frei verwendbare Ampulle, ein kosmetisches Microneedling-Serum oder ein topisches Hautpflegeprodukt behandelt werden.

Skinbooster ist die verständlichere Kurzbezeichnung

Rejuran Healer wird im Praxis- und Produktkontext als Polynukleotid-Skinbooster eingeordnet. Die Bezeichnung beschreibt den Ansatz besser als der Begriff Volumenfiller, weil das Produkt laut vorliegenden Unterlagen nicht primär für einen klassischen Volumenaufbau vorgesehen ist.

In wissenschaftlichen und regulatorischen Zusammenhängen können injizierbare PN-Gele dennoch als Filler bezeichnet werden. Das bedeutet nicht, dass sie dieselben rheologischen Eigenschaften und dieselbe mechanische Volumenwirkung wie quervernetzte Hyaluron-Filler besitzen.

Rejuran Healer ist ein injizierbares, PN-basiertes Medizinprodukt, das im ästhetischen Praxisgebrauch als Polynukleotid-Skinbooster geführt wird. Es ist kein kosmetisches Serum und nicht primär als klassischer Volumenfiller positioniert.

Wie ist Rejuran Healer konkret einzuordnen?

Nach der für prpmed.de vorliegenden Produktdokumentation basiert Rejuran Healer auf Polynukleotiden aus aufbereiteter Lachs-DNA. Die Packung enthält zwei Fertigspritzen mit jeweils 2 ml. Die Unterlagen nennen Gesicht, Hals und Dekolleté im Rahmen der aktuellen Herstellerinformation. Auswahl von Areal, Technik, Produktmenge und Behandlungsintervall bleiben medizinische Entscheidungen.

Die europäische Hersteller- und Vertriebsinformation führt die Produktfamilie als Medizinprodukte der Klasse III mit CE-Kennzeichnung CE 2265. Maßgeblich bleiben die Kennzeichnung, Konformitätsangaben und die Gebrauchsanweisung der tatsächlich gelieferten Produktversion.2, 3

Neutraler Vergleich

Polynukleotid-Skinbooster, Hyaluron und PRP

Die drei Kategorien unterscheiden sich bereits in Materialherkunft, Herstellungsweise und Standardisierung. Die folgende Übersicht ist keine Rangliste und legt keinen Sieger fest.

PNherstellerseitig definiertes DNA-basiertes Material
HAHyaluronsäure mit produktabhängiger Vernetzung und Rheologie
PRPpatientenbezogen aufbereitetes autologes Blutprodukt
MerkmalPolynukleotid-SkinboosterHyaluron-Filler / Hyaluron-SkinboosterPRP
MaterialherkunftAufbereitete DNA-Fragmente; Herkunft und Herstellung sind produktspezifisch. Bei Rejuran Healer laut Unterlagen aus Lachs-DNA.Hyaluronsäuregel; je nach Produkt quervernetzt, gering vernetzt oder nicht quervernetzt.Autologes Material aus dem Blut der zu behandelnden Person.
ProduktartIndustriell hergestelltes, gebrauchsfertiges Injektionsprodukt.Industriell hergestelltes, gebrauchsfertiges Injektionsprodukt.Wird patientenbezogen aus entnommenem Blut aufbereitet.
Primäres KonzeptProduktabhängiger Ansatz mit Schwerpunkt auf strukturellen oder hautbezogenen Parametern; nicht automatisch auf Volumen ausgerichtet.Quervernetzte Filler werden überwiegend für Volumen, Kontur oder Faltenkorrektur eingesetzt. Hyaluron-Skinbooster verfolgen ein anderes Konzept.Nutzung eines patienteneigenen Plasmakonzentrats innerhalb eines ärztlich festgelegten Verfahrens.
StandardisierungZusammensetzung innerhalb einer konkreten Produktversion herstellerseitig definiert.Zusammensetzung und rheologische Eigenschaften innerhalb des jeweiligen Produkts definiert.Zusammensetzung variiert unter anderem mit Patient, Blutbild, Entnahmesystem und Aufbereitungsprozess.
VolumenwirkungProduktabhängig; Rejuran Healer ist laut Unterlagen nicht primär für klassischen Volumenaufbau vorgesehen.Bei Volumenfillern deutlich ausgeprägter; bei Hyaluron-Skinboostern meist geringer.Keine dauerhaft definierte mechanische Volumenwirkung wie bei einem formstabilen Filler.
Patientenbezogene HerstellungNein.Nein.Ja.
StudienvergleichNur zwischen ausreichend ähnlichen PN-Produkten und Anwendungen begrenzt möglich.Ergebnisse sind von Produkt, Vernetzung, Rheologie, Areal und Technik abhängig.Ergebnisse hängen stark von der beschriebenen PRP-Zusammensetzung und Aufbereitung ab.
Praktische BesonderheitenProduktversion, CE-Angaben, Zweckbestimmung, IFU und Anwenderbeschränkung prüfen.Produktklasse, Zweckbestimmung, Materialeigenschaften und fillerspezifisches Risikomanagement prüfen.Herstellung, Qualitätssicherung, Dokumentation sowie gegebenenfalls arzneimittel- und transfusionsrechtliche Anforderungen beachten.

Die Einordnung beschreibt Material- und Prozessunterschiede. Sie ersetzt keine individuelle medizinische Entscheidung.

Materialkonzept

Polynukleotide und Hyaluron-Filler

Hyaluronsäure ist ein hydrophiles Polysaccharid. Abhängig von Vernetzung und rheologischen Eigenschaften kann ein Hyaluronprodukt Volumen erzeugen, Konturen stützen oder als geringer vernetzter beziehungsweise nicht quervernetzter Skinbooster eingesetzt werden.

Polynukleotide sind dagegen DNA-basierte Polymere. Bei Rejuran Healer steht laut Produktdokumentation nicht der Aufbau ausgeprägter Volumina im Vordergrund. Das bedeutet nicht, dass sich jedes PN-Produkt gleich verhält oder grundsätzlich keine materialbedingte Gewebewirkung besitzt.

Auch die Suchfrage „Rejuran oder Hyaluron?“ ist zu ungenau. Zunächst müsste geklärt werden, ob ein quervernetzter Volumenfiller, ein weicher Filler oder ein nicht quervernetzter Hyaluron-Skinbooster gemeint ist.

Was zeigen direkte Vergleichsstudien?

Eine randomisierte, doppelt verblindete Split-Face-Studie mit 27 Personen verglich einen PN-Filler mit einem nicht quervernetzten Hyaluronprodukt im periokulären Bereich. Bei visuellen und globalen ästhetischen Bewertungsskalen zeigte sich kein signifikanter Unterschied. Einzelne instrumentell bestimmte Parameter entwickelten sich in der PN-Gruppe günstiger. Wegen der kleinen Fallzahl, des begrenzten Areals und der konkreten Produkte lässt sich daraus keine allgemeine Überlegenheit von PN oder Rejuran ableiten.6

Eine weitere Studie untersuchte einen PN-Filler bei Krähenfüßen an 30 Personen ohne parallel behandelte Kontrollgruppe. 28 Personen schlossen die Untersuchung ab. Veränderungen gegenüber dem Ausgangswert erlauben ohne geeignete Kontrollgruppe keine belastbare Aussage gegenüber Hyaluron, PRP, keiner Behandlung oder einer anderen Intervention.7

Fertigprodukt und autologe Aufbereitung

Polynukleotide und PRP

Der zentrale Unterschied liegt bereits in der Herkunft. Rejuran Healer ist ein industriell hergestelltes und gebrauchsfertig geliefertes Injektionsprodukt. PRP wird dagegen für eine konkrete Person aus deren eigenem Blut hergestellt. Das Ergebnis ist kein einheitlicher Wirkstoff mit einer universell festgelegten Zusammensetzung.

Untersuchungen zeigen deutliche Unterschiede bei Thrombozyten-, Leukozyten-, Erythrozyten- und Wachstumsfaktorkonzentrationen zwischen verschiedenen PRP-Aufbereitungsverfahren. Zusätzlich bestehen Unterschiede zwischen Patienten und zwischen mehreren Aufbereitungen bei derselben Person.10

Erkenntnisse zu PRP können nicht als Wirksamkeitsnachweis für Polynukleotide dienen. Ergebnisse zu PN-Produkten belegen umgekehrt keine Wirkung von PRP.

In Deutschland können bei Herstellung und Anwendung von PRP arzneimittel- und transfusionsrechtliche Anforderungen relevant werden. Die konkrete rechtliche Einordnung hängt vom jeweiligen Herstellungs- und Anwendungskonzept ab.12

Evidenz kritisch lesen

Was sagt die bisherige Studienlage?

Die wissenschaftliche Literatur zu injizierbaren Polynukleotiden wächst, ihre Qualität bleibt jedoch uneinheitlich. Eine 2025 veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit fand neun Studien mit insgesamt 219 behandelten Personen. Die eingeschlossenen Arbeiten wurden überwiegend als von niedriger oder moderater Qualität bewertet. Produkte, Behandlungsareale, Techniken und Zielgrößen unterschieden sich deutlich.4

Einzelne klinische Studien berichten Veränderungen bestimmter Falten-, Textur-, Elastizitäts- oder Hydratationsparameter. Die Ergebnisse sind jedoch nicht durchgängig konsistent und häufig durch kleine Fallzahlen, fehlende Kontrollgruppen oder kurze Nachbeobachtungszeiten begrenzt.

Zudem wurden zwei häufig zitierte direkte Rejuran-Vergleichsstudien zurückgezogen. Eine randomisierte Rejuran-Hyaluron-Arbeit von 2014 wurde 2016 revidiert. Eine weitere Vergleichsstudie zwischen PCL und Rejuran wurde 2026 wegen einer fehlerhaften Materialbeschreibung des Vergleichsprodukts zurückgezogen.8, 9

Schematische Evidenzeinordnung

Biologische Plausibilitätvorhanden
Klinische Vergleichsdatenbegrenzt
Robuste Langzeitdatenunzureichend

Die Balken sind eine redaktionelle Visualisierung, keine quantitative Metaanalyse.

Welche Wirkmodelle werden diskutiert?

In Veröffentlichungen werden unter anderem Wasserbindung, eine vorübergehende matrixartige Einlagerung, Wechselwirkungen mit Fibroblasten und Veränderungen von Prozessen der extrazellulären Matrix diskutiert. Ein Teil dieser Modelle stammt aus Zellkultur- oder Tierexperimenten, aus Untersuchungen mit PDRN oder aus Studien mit anderen PN-Formulierungen.

Begriffe wie „Biostimulation“ oder „Regeneration“ sind daher nicht als Beweis eines garantierten klinischen Ergebnisses zu verstehen. Sie beschreiben ein theoretisches Material- oder Behandlungskonzept. Ob und in welchem Umfang sich messbare Veränderungen ergeben, hängt unter anderem von Produkt, Indikation, Ausgangssituation, Areal und Untersuchungsmethode ab.5

Welche Aussagen sind derzeit nicht ausreichend belegt?

  • Polynukleotide seien generell wirksamer oder sicherer als Hyaluron-Filler.
  • Rejuran erziele bei allen Patienten vorhersehbare Ergebnisse.
  • PN-Produkte könnten PRP, Hyaluron oder andere Verfahren pauschal ersetzen.
  • Ergebnisse mit PDRN oder anderen PN-Produkten ließen sich vollständig auf Rejuran übertragen.
  • Eine bestimmte Zahl von Anwendungen führe zuverlässig zu einem festgelegten Resultat.
  • Kombinationen mit PRP, Fillern, Lasern oder anderen Verfahren seien grundsätzlich besser als Einzelanwendungen.
  • Seltene Komplikationen könnten aufgrund kleiner Studien ausgeschlossen werden.
Sicherheit und Verantwortung

Kontraindikationen, Risiken und Anwenderpflichten

In kleineren PN-Studien wurden überwiegend vorübergehende lokale Reaktionen beschrieben. Solche Untersuchungen sind nicht groß genug, um seltene Risiken zuverlässig zu erfassen. Die vollständige Sicherheitsbewertung muss deshalb auf der aktuellen IFU der konkret verwendeten Produktversion beruhen.

Das BfArM nennt für injizierbare Filler als Produktgruppe unter anderem lokale Entzündungen, Ödeme, Überempfindlichkeitsreaktionen, Gefäßverschlüsse, Migration und Granulombildung. Diese allgemeinen Informationen stellen kein produktspezifisches Risikoprofil von Rejuran dar. Sie zeigen jedoch, weshalb injizierbare ästhetische Produkte nicht verharmlost werden dürfen.11

Vor jeder Anwendung sind unter anderem Anamnese, Allergien, Hautzustand, mögliche Kontraindikationen, vorausgegangene Behandlungen und die Unversehrtheit der Produktverpackung fachlich zu prüfen. Charge, verwendete Produktmenge, Areal, Datum, Aufklärung und relevante Reaktionen gehören nachvollziehbar dokumentiert.

Die Anwendung ist medizinischem Fachpersonal vorbehalten. Eine Händlerbeschreibung ersetzt weder die Hersteller-IFU noch eine medizinische Schulung oder die individuelle Indikationsstellung.
Beschaffung im Fachhandel

Worauf Fachanwender beim Einkauf achten sollten

1
Genaue ProduktversionBezeichnung auf Verpackung, Spritze, Unterlagen und Rechnung muss übereinstimmen.
2
Regulatorische AngabenCE-Kennzeichnung, benannte Stelle, Hersteller, Zweckbestimmung und aktuelle IFU prüfen.
3
RückverfolgbarkeitCharge, Verfallsdatum, Verpackungsintegrität und Lagerbedingungen kontrollieren.
4
Klare AbgrenzungInjizierbares PN-Medizinprodukt nicht mit Serum oder Microneedling-Ampulle verwechseln.
5
Nachvollziehbare BezugsquelleProduktdaten, Herkunft, Lagerung und Herstellerinformationen müssen prüfbar sein.
6
Keine pauschale AustauschbarkeitAndere PN-, PDRN-, Hyaluron- oder PRP-Produkte sind nicht automatisch gleichwertig.

Produktdaten zu Rejuran Healer

Die gesonderte Produktseite enthält Packungsinhalt, Preis, Verfügbarkeit und die im Shop hinterlegten technischen Angaben. Sie ersetzt nicht die aktuelle Hersteller-IFU.

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Weiterführende Links

Häufige Suchfragen

FAQ zu Polynukleotiden, Rejuran, Hyaluron und PRP

Was ist ein Polynukleotid?
Ein Polynukleotid ist eine längere Kette miteinander verbundener Nukleotide. Bei injizierbaren PN-Produkten werden aufbereitete DNA-Fragmente als Bestandteil eines herstellerseitig definierten Materials eingesetzt. Der Begriff allein beschreibt noch keine konkrete Konzentration, Molekülgröße oder klinische Wirkung.
Was sind Polynukleotide in der ästhetischen Medizin?
Polynukleotide werden in verschiedenen injizierbaren Produkten verwendet, die häufig als PN-Skinbooster oder PN-Filler bezeichnet werden. Zusammensetzung, Herkunft, Materialeigenschaften und Zweckbestimmung unterscheiden sich je nach Produkt.
Ist Rejuran ein Serum?
Rejuran Healer ist kein kosmetisches Serum. Es handelt sich laut Produktunterlagen um ein injizierbares PN-basiertes Medizinprodukt. Der Suchbegriff „Rejuran Serum“ ist daher fachlich zu korrigieren.
Ist Rejuran Healer ein Skinbooster oder ein Dermalfiller?
Im Praxisgebrauch wird Rejuran Healer als Polynukleotid-Skinbooster eingeordnet. In wissenschaftlichen und regulatorischen Zusammenhängen können PN-Gele auch als Filler bezeichnet werden. Anders als ein klassischer Hyaluron-Volumenfiller ist Rejuran Healer laut Produktunterlagen jedoch nicht primär auf ausgeprägten Volumenaufbau ausgerichtet.
Was unterscheidet Rejuran von Hyaluron?
Rejuran basiert auf Polynukleotiden, Hyaluronprodukte auf Hyaluronsäure. Quervernetzte Hyaluron-Filler werden häufig zur Volumen- und Konturkorrektur eingesetzt. Eine pauschale Aussage, welches Material besser ist, ist wissenschaftlich nicht gerechtfertigt.
Was unterscheidet Rejuran von PRP?
Rejuran ist ein industriell hergestelltes Fertigprodukt mit definierter Zusammensetzung. PRP wird individuell aus dem Blut der zu behandelnden Person aufbereitet. Seine Zusammensetzung hängt unter anderem vom Patienten und vom Aufbereitungsverfahren ab.
Sind PN und PDRN austauschbare Begriffe?
Nicht zuverlässig. Beide Begriffe beschreiben DNA-basierte Fragmente, werden in der Literatur aber uneinheitlich verwendet. Entscheidend bleibt die genaue Produktzusammensetzung.
Ist Rejuran besser als Hyaluron oder PRP?
Eine generelle Überlegenheit ist nicht ausreichend belegt. Vergleichsstudien sind begrenzt, teilweise klein und in zwei direkt Rejuran betreffenden Fällen zurückgezogen worden. Die Verfahrenswahl bleibt eine individuelle medizinische Entscheidung.
Wie belastbar ist die Studienlage zu PN-Skinboostern?
Es gibt klinische Signale für mögliche Veränderungen bestimmter Haut- und Faltenparameter. Die Studien unterscheiden sich jedoch deutlich hinsichtlich Produkt, Areal, Fallzahl und Messmethode. Größere unabhängige Vergleichsstudien und belastbare Langzeitdaten fehlen weiterhin.
Wer darf Rejuran Healer anwenden?
Das Produkt ist ausschließlich für entsprechend qualifiziertes und nach nationalem Recht befugtes medizinisches Fachpersonal vorgesehen. Maßgeblich sind die aktuelle IFU, die individuelle Indikationsstellung und das jeweilige Berufsrecht.
Quellenbasis

Quellen und konkrete Zuordnung

  1. prpmed.de – Rejuran Healer 2 × 2 ml Produktseite: Packungsinhalt, Produktart, Materialprinzip, Anwenderkreis und Abgrenzung zum kosmetischen Serum.
  2. PharmaResearch – official Rejuran product information Offizielle Produktinformation: öffentlich ausgewiesene Produkt- und Packungsangaben.
  3. Laboratoires VIVACY – European Rejuran information Europäische Information: CE-/Klasse-III-Angaben und Fachanwenderhinweis; werbliche Aussagen wurden nicht übernommen.
  4. Systematic review of polynucleotides in aesthetic medicine Systematische Übersichtsarbeit: Umfang, Heterogenität und Qualitätsbewertung der Evidenz.
  5. Review of polynucleotides in aesthetic medicine Review: diskutierte Wirkmodelle und Forschungsgrenzen.
  6. Randomized split-face study: PN versus non-cross-linked HA Randomisierte Split-Face-Studie: begrenzter direkter Vergleich PN gegen nicht quervernetztes Hyaluron.
  7. Clinical PN filler study for crow’s feet Klinische PN-Studie bei Krähenfüßen: Ergebnisse und methodische Einschränkungen.
  8. Retraction relating to Rejuran and hyaluronic acid Zurückgezogene Rejuran-Hyaluron-Publikation; nicht als Wirksamkeitsbeleg verwendet.
  9. Retraction notice relating to PCL and Rejuran Zurückgezogene PCL-Rejuran-Publikation; nicht als Wirksamkeitsbeleg verwendet.
  10. Mazzocca et al. – variability of PRP preparations PRP-Variabilität zwischen Aufbereitungsverfahren.
  11. BfArM – risks associated with fillers Allgemeine, nicht produktspezifische Risiken injizierbarer Filler.
  12. German Transfusion Act, section 13 Rechtlicher Rahmen, der bei Blutprodukten relevant sein kann.
  13. Current paper on PN and PDRN terminology Aktuelle Arbeit zur begrifflichen Abgrenzung von PN und PDRN.
Redaktioneller Stand: 28. Juli 2026. Der Beitrag richtet sich an Ärzte, Heilberufler und qualifizierte medizinisch-ästhetische Fachanwender. Produktkennzeichnung und aktuelle Hersteller-IFU haben stets Vorrang.

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